St. Laurent

Saint Laurent

Einem Pfälzer Winzer ist es zu verdanken, dass die aus der weitverzweigten Burgunderfamilie stammende Rebsorte auch in Deutschland erhalten blieb und hier eine Renaissance erleben durfte.

Fakten

  • 561 ha

    Bestockte Rebläche 2023

Anbau

Saint Laurent reift früh, was bei Maifrösten gefährlich sein kann, und wird daher meist nur in zentralen Lagen angebaut. Dadurch wird auch verhindert, dass der Säuregehalt zu hoch bleibt. In den 1960er Jahren war die Sorte in Deutschland fast verschwunden, doch nach einigen Jahren der Erhaltungszüchtung hatten die Rebschulen wieder Pflanzmaterial. Seitdem ist Saint Laurent von 68 ha im Jahr 1995 auf 561 ha im Jahr 2023 vor allem in Rheinhessen (246 ha) und der Pfalz (255 ha) stetig gewachsen. Heute liegt das Hauptanbaugebiet von St. Laurent weltweit in Österreich.

Ausbau und Geschmack

Da die Winzer diese Rebsorte meist als Ergänzung zu ihrem gehobenen Rotweinangebot sehen, sind die Saint Laurent-Weine oft anspruchsvoll und eignen sich gut für ein Gourmet-Dinner. Die Weine haben oft eine kräftige, tiefrote Farbe, sind frisch und fruchtig mit Aromen von Holunderbeeren oder Wildkirschen. Je nach Fruchtigkeit und Dichte passen sie zu leichteren oder kräftigeren Gerichten wie Wild und reifem Käse.

Geschichte

Es ist nicht sicher, ob die Heimat der Saint Laurent-Traube im Elsass oder in einem anderen Teil Frankreichs liegt. Möglicherweise verdankt sie ihren Namen dem Kalenderheiligen St. Laurentius, der auch der Schutzpatron der Köche ist und dessen Festtag mit dem Reifebeginn der Traube (10. August) zusammenfällt. Saint Laurent wurde lange Zeit als eine Sorte des Pinot Noir eingestuft, aber seit kurzem wird sie als eigenständige Rebsorte klassifiziert.

Auf einen Blick

  • frühreifende Sorte
  • bevorzugt mittlere Lagen und kalkhaltige Böden
  • Aroma: Wildkirsche, Holunder, Cassis und Bitterschokolade

Woher stammt der Name Saint Laurent?

Die Sorte verdankt ihren Namen wahrscheinlich der Genussreife der ersten Beeren um den Laurenzitag am 10. August.